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27. Januar 2012
… im Steigerblog. Yeah. Das Ding fing schon an zu riechen. Ich gebe zu: Das Blog hier kommt mir selbst schon antiquiert vor. Ich haue mittlerweile viel lieber bei Facebook was raus. Ja, ich kenne die Vorbehalte, und viele sind auch richtig. Trotzdem ist es dort schön, man schreibt schnell was, notfalls sogar direkt aus der Lore beim Geierabend, und bekommt schnell Antwort. Das gefällt mir. Kommunikation, Austausch. Keine Einweg-Schreiberei.
Nur nimmt Facebook Zeit. Die ist in der Session knapp. So mussten wir gestern bereits um 15 Uhr auf Zeche sein, nach der Vorstellung gab es dann noch etwas zu besprechen und zwischendurch musst du höllisch aufpassen. Der WDR ist im Haus, mit Hörfunk und Fernsehen. Alles ist anders. Erst musst Du ein Warm Up machen, also vor beginn des Geierabends raus, ein paar Regeln erklären und dafür sorgen, dass die Zuschauer nicht allzu westfälisch gucken, wenn das Fernsehen zuschaut. Du hast Kameras auf der Bühne, viel Licht im Saal, verfällst vielleicht dem Gedanken: Wenn ich jetzt etwas verkehrt mache, ist es für immer festgehalten und Dir gucken dabei nicht 450 im Saal, sondern 300 000 irgendwo im Land zu.
Einige Patzer sind unterlaufen. Ganz ehrlich, zwei hat das Publikum überhaupt bemerken können. Das war eigentlich ziemlich lustig für alle. Aber das Publikum war einfach wahnsinnig gut drauf gestern. Puh. Selten hatte wir so gute Stimmung schon am ersten WDR-Abend. Das wird eine harte Prüfung für Euch heute.
Klar, weiter gilt die Bitte, verkleidet zu erscheinen. Wem das peinlich ist, der erinnere sich nur daran, in was für Outfits wir uns auf der Bühne bewegen. Wir können dazu stehen, also Ihr im Saal und wir. Wir mutieren dadurch nicht zu Kölnern oder gar Düsseldorfern…
Heute wird es eine skurrile Einlage zu Beginn der zweiten Hälfte geben. Wir müssen auf der Bühne ein paar Sätze einsprechen für den Hörfunk, Erläuterungssätze. Nur so kann der Zuhörer, der am Radio ja nix sieht außer der Straße vor sich oder seinem Wohnzimmer, manchmal eine Szene überhaupt verstehen. Damit es gut klingt, machen wir das nicht im Studio, sondern in der Live-Atmosphäre auf Zeche. Das wir sicher ein Spaß.
Das Ergebnis der zwei tollen Tage gibt es zu sehen und zu hören.
Karnevalssamstag, 18.02.2012, 23.10 Uhr, WDR Fernsehen (Sehen und Hören).
Karnevalssonntag, 19.12.2012, 20.05 Uhr, WDR 5 (Hören und Straße vor sich sehen (oder Wohnzimmer)).
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17. Februar 2011
…meine Rundfunkgebühr? Die Frage lässt sich heute einfach beantworten. Sie widmet sich voll und ganz dem Geierabend. Gleich drei Mal treffen wir heute auf den WDR, das ist ein lustiger Zufall. Gerade habe ich ein Telefon-Interview mir der WDR-Onlineredaktion beendet. Die Journalistin aus Köln bereitet einen Beitrag vor, der am 25. Februar ins Netz gestellt wird. Ob denn der Alternativkarneval alternativlos sei, war eine der hintersinnigen Fragen. (Ist er nicht.)
Während ich noch zuhause sitze, schrauben die Techniker auf Zeche schon rum. Heute und morgen wird aufgezeichnet, für die Übertragungen in Fernsehen und Hörfunk. Ihr seid gebeten, kostümiert zu erscheinen, auch wenn man das im Radio gar nicht hört. Oder vielleicht doch. Wer bereit ist, qua Kostümierung zum Gelingen der Feier beizutragen, wird sicher auch beherzter Lachen, Klatschen und Geiern. Ich bin mal gespannt und freue mich auf Euch. Wir müssen uns aber Mühe geben. Ist unser Saal sonst angenehm gedämpft beleuchtet, sitzen heute über 400 Zuschauer im hellen Scheinwerferlicht. Da locker zu bleiben, ist nicht immer einfach. Und ganz ehrlich: Ich bin dann auch angespannt, gerade in den Moderationen. Da gibt es immer ein paar Sonderwünsche. Das Radio fragt: “Kannste nicht irgendwie in die Moderation einbauen, dass da gleich drei Nonnen kommen, das sieht man bei uns ja nicht?” Das Fernsehen bitte um direkte Ansprache der Kamera 3 (wo ist die Drei?), was aber den Kontakt zum Saalpublikum schwächt. Dann wäre denen noch eine Pause in der Moderation vor Siegfried und Roy lieb, damit man später schneiden kann. Und, ach so: Sag´ nix von den Nonnen, das sieht man ja schließlich…
Kriegen wir alles hin. Schließlich freuen wir uns, wenn der Geierabend landesweit ausgestrahlt wird. Zum einen können wir den Rheinländern zeigen, dass wir im Pott nicht nur das bessere Bier und den besseren Fußball haben. Zum anderen freuen sich viele, die es nicht auf Zeche geschafft haben, so wenigstens etwas Geierabend zu haben.
Bleibt der dritte WDR-Einsatz. Ein Team der Lokalzeit Duisburg berichtet heute über unsere Szene zur Loveparade. Die hatte in Duisburg für Furore gesorgt. Nachdem eine Zeitung drüber berichtet hatte, durften die Alternativlos-Karnevalsprofis sich zu dem Thema äußern. Das ging soweit, dass auf unserer Facebookseite zum Boykott des Geierabends aufgerufen wurde. Bescheuert. Ich habe dann erst mal eingeladen. Ich lasse mich gerne als menschenverachtendes Vollarschloch beschimpfen, notfalls ölffentlich. Nur sollte der andere wissen, wovon er schreit. Ist halb so wild. Schließlich geht es mir ja auch darum, in Debatten einzugreifen oder welche zu eröffnen.
Bin mal weg,
Glückauf
der Steiger
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25. Januar 2011
Es war uns klar, dass wir ein Entwicklungshilfeprogramm starten. Wir haben für diese Session Miriam Rixen engagiert, sind auch sehr froh darüber. Jetzt hat sie mal ein paar Fragen, und uns wird klar: Da braucht noch jemand einen Grundkurs Ruhrgebiet. Hier Miriams Gastbeitrag im Steigerblog:
Es ist halb zwölf. Langsam die Uhrzeit für mich, um schlafen zu gehen. Und was tut´s in meinem Kopf? Rumpeln. Und zwar gewaltig. Ich bin übrigens die Neue – Miriam, gerne auch Melanie, Mechtilt oder am liebsten Tina gerufen. Höre auf alles – habe bei den Verrückten im Ensemble aufgehört, wählerisch mit derlei zu sein. Ich wollte hier auch mal was von mir hören lassen, und da das unkontrollierte nervöse Zittern in Füßen, Händen und Augenbrauen etwas nachlässt, dachte ich: jetzt oder nie.
Leider zittert´s in meinem Kopf weiter. Auch oder gerade an den vermeintlich freien Tagen. Ich träume nachts vom Geierabend, summe am Tag, ohne es zu merken, die Lieder, höre ständig meine Stichwörter und werde schräg angeguckt, wenn ich daraufhin in der Kölner Innenstadt laut lispelnd meine Tiraden loslasse. Irgendwas in Köln ist anders als im Pott. Kleiner Tipp – die Autofahrer sind es nicht. Reißt euch gefälligst mal ein bisschen zusammen beim Linksabbiegen – ich will die Geierabendzeit heil überleben!
Wie ich da also halb summend, halb sprechend meinen Lieblingssong durchgehe, fällt mir auf einmal auf, dass ich gar nicht so ganz genau weiß, wo Biblis ist und was genau bei einer Störfallschicht passiert. Und was wollen alle von diesem Fritz-Pleitgen-Typen? Mh, das gibt mir schon zu denken. Und zu handeln. So geht’s absolut nicht weiter. Ich will wissen, was im Pott so geht! Ganz oben auf meinem Programm steht das Dortmunder U, die Konkurrenzzeche in Essen (die kann doch niemals so schön sein wie unsere), ja und unbedingt.. äh.. Tja Hilfe – was muss ich mir denn unbedingt noch angucken? Vorschläge her. Ruhris zeigt mir die schönsten Seiten eurer Heimat – ich seh mich da schon à la Paris Hilton mit Stöckelschuhen in Kuhfladen blonde Kühe melken. 
Übrigens – beim Geierabend fühle ich mich sauwohl. Ich mag alle und alle tun so, als ob sie mich mögen. Saubere Sache also.
Over and out
Tina
Nur ein paar kryptische Antworten: Biblis liegt gar nicht im Ruhrgebiet, nicht mal in NRW. Fritz Pleitgen könnte man in Köln kennen. Er hat dort zwölf Jahre ein größeres Medienprojekt geleitet. Und Zollverein in Essen ist keine Konkurrenz, Zollverein ist so was wie der Kölner Dom, nur ohne Glocken, Unesco-Weltkulturerbe. Die schönsten Orte im Pott? Da hoffe ich auf Zuschauer-Tipps. Bei mir wären es: Schurenbach-Halde in Essen, mit Serra-Bramme, dann lange nix, dann das Bochumer Bermuda-Dreieck. Wenn Du das noch nicht kennst, würde ich mir ganz langsam und leise Gedanken machen, ob Deine gastgebende Bochumer WG insgeheim einer lebensfeindlichen Sekte angehört
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1. Januar 2011
Das närrisch verkürzte Datum verführte einfach. Schade, dass ich es nicht um 11.11 Uhr an den Rechner geschafft habe. Alle drei Figuren haben mit dem neuen Programm zu tun. “Pott to go” braucht sie. Die Zwei vonne Südtribüne trauen dem Herbstmeister so recht nicht. Dachten sie bis vor einigen Spieltagen noch, flüchtende Sch***er würden bald die schöne Westfalenmetropole überschwemmen, zieht jetzt Skepsis ein. Wir warten noch ab, ob die beiden ein Tierorakel befragen. Dackel Rolf böte sich an, da Paul bekanntlich tot ist.
Der Wintergott, ganz ehrlich, ist eigentlich ein Ganzjahresgott, half uns aber durch die kalten Probentage. Erstmals haben wir einen Songwriter von außen herangezogen: Den bekannten Nordstadtbarden Boris Gott. Der hat zur Ruhr.2010 ein Lied rausgehauen, das haut rein, hammer. Da freuen wir uns schon sehr darauf. Das ganze ist ein gelungener Testballon, die wunderbaren Kolleginnen und Kollegen, die im Ruhrgebiet leben, singen, lachen, vagabundieren, viel stärker in den Ruhrpottkarneval einzubeziehen.
Schließlich der Karnevalsprinz. Wir haben einen im Team, einen echten, gut, einen ehemaligen Kinderprinzen. Das ist uns weiter nicht peinlich, jeder entwickelt sich. Er regierte nicht im Revier, sondern in einer Bergbaustadt in der Nähe. Den Namen verraten wir nicht, nur so viel: Der Mann steht nicht auf der Bühne, also schon, aber nicht bei uns, er arbeitet heftig mit. Über die Feiertage wollte auch er einen Songtext liefern, für unseren schwergewichtigen Stargast. Jonas, einen Tag hast Du noch. (Mist, verraten, hehe.)
Noch zwölf Tage bis zur ersten Großveranstaltung nach der Kulturhauptstadt. Mögen die Bänke von der A40 eingeklappt sein, bei uns stehen sie noch. Mögen die Ballons der Schachtzeichen geschrumpft sein, wir kontern mit Konfetti. Und mag der Ort des Day of Song einen Dachschaden haben, den haben wir auch. Schon lange. Sonst würdest Du sowas wie Geierabend nicht machen. Vor allem nicht so gerne.
Willkommen in 2011
der Steiger
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15. November 2010
(sandra) Samstag. 13.11.2010. Ich fasse es nicht. Es ist 6.30. Oh mein Gott. So eine Uhrzeit kenne ich nur aus dem Fernsehen. Müde schleppe ich mich ins Badezimmer. Da ich die Augen nicht aufkriege, kann ich nur erahnen, dass sich hier irgendwo meine Zahnbürste befinden muss. Draußen regnet es Bindfäden, die Straße ist überflutet. Himmel. Ich frage mich, ob bei so einem Sauwetter überhaupt Leute kommen. Irgendwo im Wäschekorb finde ich noch ein paar Klamotten. So, jetzt aber los. Ich schaffe es, meinen müden Körper ins Auto zu schleppen. Bloß nicht wieder einschlafen. Wachbleiben. Hoffentlich komme ich nicht in den Berufsverkehr. Da ich um so eine Uhrzeit noch nicht wach bin, weiß ich nicht, wann so ein Berufsverkehr stattfindet.
Das Glück ist auf meiner Seite. Außer riesigen Pfützen und Wasserfluten auf der B1 ist nix zu sehen. Ich nehme mir vor, jedem Zuschauer, der sich eine Karte kauft, persönlich meine Hochachtung auszusprechen. Ehrlich! Respekt!
Das Telefon klingelt. Roman, unser Präsident. Ihn hat erwischt. Er steckt in den Fluten fest und kann leider nicht kommen. Auch das noch. Ich richte es aus. Da hab ich auch schon einen Parkplatz. Und fast vor der Tür. So eine Uhrzeit ist doch praktisch. Ich nehme mir vor nächsten Samstag wieder so früh in die Stadt zu fahren.
Vor der WR ist tatsächlich die Hölle los. Trotz Regen und Kälte stehen da Leute mit Thermoskannen. Meine Laune steigt, und ich freu mich. Auch vor dem KIS stehen die Leute Schlange, in der edlen Schalterhalle der Sparkasse. Securityleute passen auf, dass niemand den Geldautomaten knackt um mit der Beute seine Tickets zu kaufen. Und vor der Schalterhalle, draußen im Regen steigt eine Solidaritätsparty für die Geierabendfans. Tausende sind da, schwenken Fahnen, skandieren Parolen, singen Lieder. Ach nee, das ist die Demo des DGB. Die wissen offensichtlich auch, dass es samstags die besten Parkplätze in Dortmund gibt, bevor die City erwacht.
Leider konnte ich doch nicht jedem Zuschauer die Hand schütteln und mich bedanken, dass trotz des miesen Wetters so viele Leute zum Kartenvorverkauf gekommen sind….. Also: Vielen Dank an alle, die so tapfer durchgehalten haben.
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geier2.0
1. singap
2. Mrhobb
3. feedba
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